Diskussion um die Gestaltung aktivierender Museumsbesuche

Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b entwickelten genaue Vorstellungen zur Ausgestaltung von Museumsbesuchen

Kunst- und Kulturklasse besucht Designmuseum Cube und nennt Ideen zum kreativen Erleben von Ausstellungen
Von: Regina Hummel und Monika Massow

Vortrag mit Diskussion im MuseumVortrag mit Diskussion im Designmuseum Cube in Kerkrade. Foto: Regina Hummel

MEAT the Future - Die Zeit für eine Diskussion über die Zukunft von Fleisch ist angebrochen.”, so heißt es im Begleitheft zur temporären Ausstellung Meat the Future des Designmuseums Cube in Kerkrade. Für die Kunst- und Kulturklasse 8b der Heinrich-Heine-Gesamtschule wurde der Besuch des Cube in Kerkrade ein Museumsbesuch, der ihr weit mehr als nur vertiefende Einblicke in die Welt des Designs und das Designen von Nahrungsmitteln bringen sollte.

Die Schülerreaktionen auf den Museumsbesuch machten nämlich deutlich, dass neben dem Thema „Design” ein weiteres wichtiges Thema im Mittelpunkt der Diskussionen stand. Analog zum Titel der Ausstellung könnte man es etwa folgendermaßen formulieren:

MEET the Future - Die Zeit für eine Diskussion über die Zukunft von Museumsbesuchen ist angebrochen...”

Die Schülerinnen und Schüler hatten sich der Welt des Designs angenähert, indem sie im Rahmen der Kulturstunden die praktischen, ästhetischen und symbolischen Funktionen verschiedener Objekte untersuchten. Zum Thema Kugelschreiber erstellten sie Moodboard-Collagen. Diese Sammlungen von Ideen und Materialien dienten als Anregungen für die Gestaltung adressatengerechter Schreibgeräte aus Knete. Abschließend verwandelten die Schülerinnen und Schüler Spiegel oder Schuhe zu Objektkunstwerken und konnten dabei Ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Das im Unterricht behandelte Thema „Design” sollte mit dem gemeinsamen Museumsbesuch vertieft werden. Neben vielen interessanten Einblicken in die Welt des Designs wurde durch den Besuch im Cube klar, dass die Schülerinnen und Schüler konkrete Vorstellungen haben, wie sie an die Kunst in Museen herangeführt werden möchten. Sie wollen ihren eigenen, individuellen Zugang zum Museum, zur Ausstellung suchen und finden. Auf einen Nenner gebracht: „Von uns – für uns! Wir wollen selber mitmachen können.”

Die sinnliche Erfahrung des Originals, das Bestaunen und Bewundern des Besonderen – so wie es die Lehrerinnen erlebten – haben die Schülerinnen und Schüler zum Teil ganz anders empfunden. Im Laufe der Diskussion wurde ersichtlich, dass die „Vorstellungen der Erwachsenen” von einem Museumsbesuch in harter Konkurrenz zur Lebenswelt der Jugendlichen steht, einer virtuellen Welt mit neuen Medien, Internetseiten, Handys, Apps, Audio-Guides und Youtube-Filmen.

Für Schülerinnen und Schüler steht das interaktive Erleben im Vordergrund: zum Beispiel durch eine Museums-App, durch eine Präsentation im Internet, einen Audio-Guide, einen Museumskoffer, durch von Schülerinnen und Schülern erstellte Materialien und dergleichen mehr. Kurzum: Die Schülerinnen und Schüler wünschen sich eine Museumserkundung auf Augenhöhe.

Die konstruktive Kritik der Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b, von denen einige als Kulturbotschafter an unserer Schule tätig sind, um anderen Schülerinnen und Schülern den mitbestimmenden Zugang zur Kultur zu ermöglichen, sollten wir aufgreifen: Museumsbesuche sollten kreativ gestaltet werden. Eine Möglichkeit wäre, die gewünschten handlungsorientierten Elemente, die Selbsttätigkeit sowie das erlebnisorientierte Lernen auszubauen. Visionär ist der Schülerwunsch, durch die Medientechnik eine Möglichkeit zu erhalten, mit Designobjekten zu arbeiten, mit ihnen zu spielen, sie zu verfremden, sie künstlerisch weiterzuentwickeln – etwas zu tun, was mit den echten Objekten nicht möglich ist.

MEET the Future - Die Diskussion über die Zukunft von Museumsbesuchen hat begonnen...”

Ein herzliches Dankeschön an unseren Kooperationspartner zdi, durch dessen Unterstützung dieser interessanter Museumsbesuch im Schuljahr 2016/'17 möglich wurde.