WAS DIE WELT ZUSAMMENHÄLT
Welt erschaffen – Die Regenbogenschlange der Aborigines.
Im Jahr 2026 wurde der vierte Teilabschnitt der Bahn-Unterführung Richterich mit einer neuen Bemalung versehen. Jedes Jahr wirkt der aktuelle Jahrgang 11 – also eine jeweils neue Gruppe der HHG – an der Gestaltung mit. Das Grundmotiv im Jahr 2026 war die „Regenbogenschlange“, die „Weltenschlange“ der Aborigines Australiens, die sich in einer wellenförmigen Bewegung über die gesamte Länge der Wand von mehr als 40 Metern zieht. Der Sage nach formen die schlängelnden Bewegungen der Schlange im öden, unbelebten Schlamm die Landschaften, die Hügel, Täler und Flussläufe. Im Inneren der Schlange befindet sich alles Leben, alle Träume, alle Ideen und Visionen, die die Schlange am Ende ausspeit – so entsteht das Leben auf der Welt.

Zu dieser Erzählung haben wir mit den Schüler*innen über ihre Träume, Visionen und Ideen für „ihre Welt, in der sie leben möchten“ gesprochen und bildlich gearbeitet. In Workshops im Klassenraum wurden dazu erste malerische Schritte unternommen, visuelle Umsetzungen erprobt und das Malen auf großformatigen Papieren – auch gemeinsam – geübt. Diese nach außen gebrachten Bilder bilden auf der Wand der Unterführung das Innenleben der großen Schlange, die sich damit entlang des Aufgangs zum Richtericher Marktplatz zieht. Hier und da springen die Motive in die Außenflächen um die Schlange herum, sozusagen in die Außenwelt. Die umgebenden Farbflächen greifen die Bewegungen der Schlange auf und verlängern sie ins Umfeld.

Foto: Das Projektteam der Heinrich-Heine-Gesamtschule Aachen
Tiere, Pflanzen, Menschen, das Leben im Wasser, Traumgebilde, Comicartiges und Manga-Figuren – das entstandene Wandbild zeigt viele individuelle Motive. Ein Fokussieren auf Details wie reife Früchte, einen Frosch unterm Teichblatt oder ein isoliertes Herz, dessen Adern in Blüten münden, kommt ebenso vor wie Landschaften, Meeresgetier oder Visualisierungen von Buchfiguren – ein buntes Gemisch individueller Blicke auf Leben und Welt.
Fünf Workshoptage im Klassenraum und sechs Maltage an der Wand, ca. 18 Schüler*innen, vier externe helfende Hände und zwei Projektleiterinnen bedurfte es diesmal, um diese Wand zu gestalten.

Foto v.l.n.r.: UTA Göbel-Groß, Yvonne Moritz / Beziksamt Richterich, Alice Schöttler


Foto links: Schülerin der HHG
Foto: UTA Göbel-Groß . Künstlerin
Ein großer Dank geht ein weiteres Mal an das Bezirksamt Richterich – für das große Vertrauen in die kreativen Künste der Schülerinnen der HHG, für das Bereitstellen von Geldern für das gesamte Projekt und die logistischen Hilfen durch seine Mitarbeiter.
Schon jetzt planen wir für die letzte Wand, den letzten Abschnitt der Unterführung, der im Jahr 2027 fertiggestellt werden soll. Fünf Jahrgänge von Schülerinnen, ca. 70 Personen, werden dann an der farbvoller, lebensdichten Gestaltung der Bahn-Unterführung beteiligt gewesen sein – und ihre kreativen Schritte inmitten der umgebenden Öffentlichkeit gegangen sein.
Oktober 2026
UTA Göbel-Groß . Künstlerin, Projektleitung
Alice Schöttler . Kunstlehrerin HHG, Projektleitung