Sozialpraktikum

Das Sozialpraktikum der Heinrich-Heine-Gesamtschule wird in der Einführungsphase der Jahrgangsstufe 11 (EF) zu Jahresbeginn durchgeführt (siehe Termine). Jeden Januar arbeiten die Schülerinnen und Schüler zwei Wochen lang in sozialen Einrichtungen. Das sind beispielsweise Seniorenwohnanlagen, Behinderteneinrichtungen, Krankenhäuser und (integrative) Kindergärten. Inhaltlich geht es dabei nicht um das Kennenlernen eines Arbeitsplatzes, auch wenn natürlich wichtige Einblicke in verschiedene Arbeitsfelder sozusagen als „Nebenprodukt” gewonnen werden. Kernpunkt des Sozialpraktikums ist die zwischenmenschliche Begegnung.

Warum ein Sozial- und nicht ein Berufspraktikum zu Beginn der gymnasialen Oberstufe?

Gemäß dem schulinternen Curriculum zur Studien- und Berufsorientierung in der Sekundarstufe II, welches auf den Vorgaben der Städteregion Aachen beruht, steht die „Persönlichkeitsbildung” im Fokus der Einführungsphase. Eine Festlegung auf konkrete Berufsfelder ist zu diesem Zeitpunkt weder gefordert noch entwicklungspsychologisch angebracht.
Weiterhin versteht sich die Heinrich-Heine-Gesamtschule als Schule der Vielfalt mit besonderem kulturellem Profil. Das „Miteinander” ist die Basis aller Kultur. Das Sozialpraktikum steht somit auch im Zeichen des Kulturprofils und entspricht der Vorstellung, dass eine Bildung, die zur Persönlichkeitsbildung beiträgt, mehr ist als reine Wissensvermittlung.

Die vier wesentlichen Ziele des Sozialpraktikums

Das Sozialpraktikum ermöglicht Schülerinnen und Schülern neue soziale Grund- und Lernerfahrungen, stärkt und entwickelt soziale und personale Kompetenzen und vermittelt sozialpolitisches Wissen.

- Soziale Grunderfahrungen und Lernerfahrungen:

  • Grenzen und Begrenztheit erleben: sich auf neue unbekannte Situationen und Menschen einlassen, Konfrontation mit unbekannten Kommunikationsformen und Umgangsstilen, Verhaltens- und Reaktionsweisen
  • eigene Unsicherheiten und Ängste erleben, aushalten und bewältigen lernen
  • Gemeinschaft und Solidarität erfahren: gemeinsam mit anderen etwas tun, eingebunden sein in ein Arbeitsteam, Hilfe von anderen erhalten und annehmen, anderen helfen
  • als Person wichtig sein und gebraucht werden

- Personale Kompetenzen:

  • Wahrnehmungsfähigkeit schulen: Wahrnehmen der eigenen Person, des Gegenübers und neuer sozialer Situationen
  • soziale Sensibilität verbessern: Mitgefühl, Rücksichtnahme, Anteilnahme, Empathie entwickeln
  • Verständnis und Toleranz entwickeln
  • eigene Umgangsformen in Hinblick auf Freundlichkeit, Fairness, Gerechtigkeit überprüfen
  • Verantwortungsbewusstsein fördern: Aufgaben und Pflichten übernehmen

- Soziale Kompetenzen:

  • Kommunikationsfähigkeit erweitern: aktiv zuhören, Rückmeldung geben, Fragen stellen
  • Teamfähigkeit stärken: gemeinsam mit anderen Aufgaben planen und erfüllen, auf andere eingehen können, sich selbst zurücknehmen können
  • Verhaltenssicherheit gewinnen: Sicherheit im Umgang mit alten, behinderten, kranken oder sozial schwächer gestellten Menschen gewinnen, sowie Souveränität in Bezug auf Nähe und Distanz zu anderen Menschen erlangen

- Sozialpolitisches Wissen:

  • Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen unserer Zeit: Sicherung der Sozialsysteme, Arbeitslosigkeit, Altersstruktur, menschliche Grenzsituationen, soziale Hilfen
  • Bedeutung des Sozialen in einer modernen Gesellschaft erkennen
  • soziale Berufe als Betätigungsfeld entdecken
  • Kennenlernen von Möglichkeiten sozialen Engagements: Praxisfelder kennenlernen, Kontakte zu sozialen Einrichtungen knüpfen
  • Problembewusstsein im gesellschaftspolitischen Bereich und im eigenen sozialen Umfeld erweitern