Schüler reisen nach China - eine ungewöhnliche Austauschfahrt

Schüleraustausch mit unserer Partnerschule „Ningbo Foreign Language School” in China

„Wie, die essen keinen Reis?” - eine Reise mit vielen Fragen und Antworten
Von: Martina Schmalen

Die Austauschfahrt nach China war auch im Jahr 2016 für alle Beteiligten ein tolles Erlebnis mit einzigartigen Erfahrungen und vielen Kuriositäten. Überraschenderweise ist der Reis in China gar nicht so beliebt.

Skyline von Shanghai bei NachtSkyline von Shanghai bei Nacht. Foto: M. Schmalen

Bereits zum sechsten Mal fuhr eine Abordnung von neun Schülerinnen und Schülern mit zwei Lehrerinnen in den fernen Osten, um das Land, die Leute und vor allem eine ganz andere Kultur kennen zu lernen. Die chinesischen Partner der Austauschschule in Ningbo freuen sich jedes Mal riesig über den deutschen Besuch, zumal im Jahre 2012 ein offizieller Partnerschaftsvertrag zwischen den beiden Schulen geschlossen wurde.

deutsche und chinesische Austauschgruppe mit ihren BetreuernDie deutsche und chinesische Austauschgruppe mit Betreuern vor dem Haupteingang der NFLS. Foto: M. Schmalen

Auch in diesem Jahr haben es Frau Schmalen und Frau Lennartz nach anfänglichen Schwierigkeiten wieder einmal geschafft, genügend Mitfahrer zu finden. Eine solche Reise auf die andere Seite der Welt ist im schulischen Rahmen zwar günstiger, aber natürlich nicht ganz billig. Neun Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 9, 10 und 11 wollten das Reich der Mitte kennen lernen. Zur Vorbereitung der Reise machten sie sich in der „Arbeitsgemeinschaft China” Gedanken über das Essen, die Sprache, den chinesischen Knigge und vieles mehr.

Hühner zu verkaufenUnterschiedliche Kulturen: Im Wasserdorf werden getrocknete Hühner zum Kauf angeboten. Foto: M. Schmalen

Im „Knigge” werden die angemessenen Verhaltensweisen in einem bestimmten Land beschrieben. Zum Beispiel lernt man im Knigge über die Sitten in China, dass die Chinesen aus Höflichkeit nur selten „Nein” sagen, dass man als Gast immer einen kleinen Rest auf dem Teller lässt, dass man die Essstäbchen nie in den Reis steckt, man als Besucher ein Geschenk mitbringt, aber ein Geschenk auf keinen Fall die Zahl „Vier” enthalten darf und dass man nie mit dem Zeigefinger auf jemanden zeigt.

Bild auf der chinesischen Hompage vom EmpfangFoto auf der chinesischen Hompage vom Empfang unserer Delegation in China.

Nach dem 13-stündigen Flug von Düsseldorf über London nach Shanghai und der anschließenden vierstündigen Busfahrt kam die Gruppe wohlbehalten in Ningbo an und wurde dort offiziell vom Schulleiter Mr. Zhou begrüßt. Zunächst folgten sieben Tage „Leben in Ningbo”: Die Schülerinnen und Schüler lebten in den Gastfamilien und lernten deren Alltag kennen. Aber wer von uns kann schon chinesisch? Verständigungssprache war und ist Englisch! Und wenn man damit nicht weiterkam, halfen Hände und Füße!

Austauschgruppen vor dem Museum of EducationDie Austauschgruppen vor dem Museum of Education in Ningbo. Foto: M. Schmalen

Zusammen mit den chinesischen und deutschen Schülerinnen und Schülern erlebten wir abwechslungsreiche Tage mit vielen Unternehmungen: Zunächst fuhren wir an den „Westlake” nach Hangzhou. Der Westlake ist einer der schönsten und größten Seen dieser Provinz. Wir besuchten dann das „Ningbo Museum of Education”, das im Jahr 1844 die erste Schule für Mädchen in China beherbergte. Selbstverständlich waren wir auch in Ahsoka, einem der bedeutendsten buddhistischen Tempel.

Im Youngor Zoo, einer Art Safari-Park, konnten wir einen ausgewachsenen Pandabären bewundern. In dem uralten Wasserdorf Zhouzhang hingen sogar Schweinsköpfe, Schweinefüße und getrocknete Hühner auf einer Wäscheleine. Sie und noch vieles mehr wurden dort zum Kauf angeboten. Nicht zu vergessen sind die Schulbesuche: Wir erhielten Unterricht in Kalligraphie und sogar in Scherenschnitt.

Den Abschluss der Reise machte ein zweitägiger Besuch in der Metropole Shanghai. Mit fast 16 Millionen Einwohner ist Shanghai eine der größten Städte der Welt. Dort besichtigten wir den faszinierenden Fernsehturm Oriental Pearl Tower: Er ist mit 468 Metern Höhe der fünfthöchste Turm der Welt.

The Bund - Uferpromenade in ShanghaiUferpromenade in Shanghai bei Nacht: „The Bund”, Hauptstraße für Geschäfte und Banken. Foto: M. Schmalen

Auf unseren Erkundungsgängen spazierten wir über die Uferpromenade „The Bund”, bestaunten die berühmte Skyline von Shanghai und das gegenüberliegende Bankenviertel. Nachdem wir eine schöne Zeit im Yu-Garden, einem der sehenswertesten Gärten der Welt, verbrachten, gingen wir auf eine kleine Shopping-Tour in einem der modernsten Einkaufsviertel Shanghais.

Auf unserer Reise ist uns immer wieder aufgefallen, dass Reis in China eine andere Rolle spielt als in Deutschland. Zum Beispiel muss der Reis in China extra bestellt werden. Die Frage nach dem Reis wurde von einer chinesischen Lehrerin der Partnerschule so erklärt: „In China ist es ein Zeichen von Armut, Reis zu essen. Ich kann es gar nicht verstehen, dass in Deutschland ein chinesisches Restaurant Reisgerichte anbietet.”

In diesem Sinne bedanken wir uns mit einem herzlichen „Ni Hao” 倪浩 bei unseren chinesischen Freunden in Ningbo für die wertvolle Erfahrung, die unsere Schülerinnen und Schüler machen durften, und vor allem für die unvergleichliche Gastfreundschaft.

Der zum Austausch gehörende Gegenbesuch der chinesischen Schülergruppe wird vermutlich im kommenden März oder August stattfinden. Dann leben die chinesischen Schülerinnen und Schüler in deutschen Familien und lernen so einen Teil der deutschen Kultur, unsere Schule und unser Leben kennen.

Darauf freuen wir uns schon jetzt!

Galerie ausgewählter Fotos von Martina Schmalen:

bwd  China-Impressionen 37/40  fwd

Auf der Homepage der Ningbo Foreign Language School (Links zur chinesischen und zur englischsprachigen Internetseite) findet man mit dem Suchbegriff  德国 (chinesisch für „Deutschland”) chinesische Seiten und Fotos zu verschiedenen Aufenthalten unserer Delegationen, zum Beispiel zu den Besuchen im Jahr 2016 und im Jahr 2014 (bitte etwas Geduld, das Laden der Seiten aus Fernost dauert etwas länger).