Begegnungen auf dem Flohmarkt

Kinder- und Jugendflohmarkt in der Heinrich-Heine-Gesamtschule ist ein voller Erfolg für alle Beteiligten

Stöbern, genießen, sich begegnen und Schnäppchen jagen
Von: Dr. Sabine Arlt

Ein munteres Treiben herrschte am 21. November 2015 im Schulzentrum Laurensberg, als die Heinrich-Heine-Gesamtschule ihren ersten „HHG Kinder- und Jugendflohmarkt” veranstaltete.

Shoppen und HandelnBeim Stöbern, Shoppen und Handeln in der Schule hatten alle Generationen viel Spaß. Foto: Thomas Langens

Geboren war die Idee an einem Abend im April des Jahres: Eltern, Schüler und Lehrer der Schule trafen sich, um gemeinsam zu überlegen, mit welchen Angeboten das Schulleben - oder besser noch das Leben im gesamten Stadtteil - bereichert werden könnte. Die Idee, einen Kinder- und Jugend-Flohmarkt zu organisieren, stieß bei allen Seiten auf Begeisterung.

Kreativ-AGDer Verkaufsstand der Kreativ-AG der Heinrich-Heine-Gesamtschule. Foto: Birgit Komanns

Wie groß der Erfolg werden würde, ahnte man damals aber noch nicht. Mit 126 Tischen wurde der erste Kinder- und Jugendflohmarkt im Laurensberger Schulzentrum zugleich der größte im Aachener Nordwesten. Dank der Weitläufigkeit des Schulgebäudes hatten alle Anbieter ausreichend Platz, ihre Waren anzubieten. Schüler und Eltern standen mit ihren Verkaufstischen direkt neben Lehrern mit ihren Familien. Da der Flohmarkt für jedermann offen stand, war rund ein Drittel der Stände von nicht zur Schule gehörenden Verkäufern besetzt.

Kreativ-AG, DetailAngebote der Kreativ-AG der Heinrich-Heine-Gesamtschule, Detailaufnahme. Foto: Birgit Komanns

Zahlreiche Besucher aus dem gesamten Stadtgebiet strömten ab 10 Uhr in das Gebäude und stöberten von Stand zu Stand. Dabei wurde festgestellt, dass dies im Aachener Nordwesten der einzige Flohmarkt auch für größere Kinder und Jugendliche ist. Daneben fielen die Stände ins Auge, an denen Klassen und Kurse der Heinrich-Heine-Gesamtschule selbst hergestellte Produkte verkauften. Die „Kreativ-AG” lockte mit ihren genähten Brotkörben und Beanies ebenso die Besucher an wie der Kunst-Grundkurs der Jahrgangsstufe Q1, der gemalte Bilder verkaufte. An vielen Ständen machten Schilder darauf aufmerksam, dass die Einnahmen der Flüchtlingsarbeit zugutekommen.

Ausstellung und Verkauf von KunstwerkenAusstellung und Verkauf von Kunstwerken des Grundkurses Kunst in der Qualifizierungsphase Q1 der Oberstufe. Foto: Thomas Langens

Zwischen all den Ständen gab es abwechslungsreiche Möglichkeiten, sich zu stärken. Wahlweise konnte man durch den Verzehr von Waffeln oder Hot Dogs die Kasse des Abiturjahrganges füllen, mit dem Kauf von Kaffee und Kuchen den Förderverein der Schule unterstützen oder sich von den Köstlichkeiten des Oberstufen-Niederländisch-Kurses verführen lassen. Während die einen aßen, lauschten die anderen den Gitarrenklängen einer Schülergruppe. Wieder andere beobachteten fasziniert, wie sich unerfahrene junge Männer nach Aufforderung der Mädchen-Café-Gruppe im Häkeln übten.

Für eine Besuchergruppe war dies alles zugleich ein erster, zaghafter Annäherungsversuch an die „Öcher Kulturlandschaft”: Die Heinrich-Heine-Gesamtschule hatte die Flüchtlinge, die Anfang November in Richterich eingezogen waren, in das „Café der Begegnung” eingeladen. Ehrenamtler der Richtericher Arbeitsgruppe „WiR – Willkommen in Richterich” begleiteten sie zum Veranstaltungsort. Die Initiative unter der Trägerschaft der Katholischen Kirchengemeinde St. Martinus in Aachen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die in Richterich, Laurensberg und Horbach lebenden Flüchtlinge zu unterstützen.

Begegnung im CaféBegegnung der Kulturen im „Café der Begegnung”. Foto: Thomas Langens

Fast alle Bewohner der Richtericher Unterkunft folgten gerne der Einladung und kamen im „Café der Begegnung” mit den Aachenern ins Gespräch. Um das zu ermöglichen, hatten sich mehrere Schüler der Heinrich-Heine-Gesamtschule bereit erklärt, als Dolmetscher zur Seite zu stehen.

Im Café der BegegnungInformationen im „Café der Begegnung” über Essgewohnheiten verschiedener Kulturen. Foto: Thomas Langens

Als sich gegen 13 Uhr das Ende der Veranstaltung näherte, waren sich alle einig: Diese Aktion war ein voller Erfolg und muss im kommenden Jahr wiederholt werden! Nicht nur, dass sich die Sparschweine der Verkäufer gut gefüllt hatten und die Besucher mit zahlreichen Schnäppchen nach Hause gingen, auch für den guten Zweck war einiges in die Kassen geflossen. Neben dem Geld, das für die Flüchtlingsarbeit bestimmt ist, verbuchte der Förderverein der Schule gut 500 Euro Einnahmen aus Standgebühren, Cafeteria-Erlösen und Verkäufen der von Lehrern und Mitarbeitern der Schule gespendeten Bücher.

Stöbern auf dem FlohmarktEin Flohmarkt mit reger Beteiligung von Anwohnern, Eltern, Schülern und Lehrern. Foto: Thomas Langens